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Integration Interview

„Integration ist die Zukunft gemeinsam zu gestalten“

Martina Gehler war jahrelang im Bankbereich, im Öffentlichen Dienst und in anderen Berufsfeldern für die Geschäftsleitung in der freien Marktwirtschaft tätig. Die Herzangelegenheit bzw. Berufung liegt aber schon immer bei Migranten*Migrantinnen und Auswanderer*innen in Deutschland. Anders als viele ihre Kollegen*innen verbrachte Martina Gehler über 35 Jahre in ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten in der kath. Kirche und in Hilfsorganisationen. Wegen ihrem langjährigen Engagement im Bereich der Integration und Heimat gehörte sie zu den Preisträger*innen, des Integrationspreises der Stadt Mönchengladbach. Im Interview mit ,,Die Grenze“ hat sie mehr über ihre bürgerlichen Aktivitäten erzählt.

Die Grenze: Wie sind Sie dazu gekommen, sich für das Ehrenamt zu engagieren?

Martina Gehler: Ich komme aus einer katholischen Familie. Meine Eltern hatten sehr viel Wert daraufgelegt, dass meine 5 Geschwister und ich sehr früh für die Kirche ehrenamtlich tätig waren. Begonnen habe ich bei Pfarrer Erlemann (als Probst verstorben) und Schwester Heriburg, Hauptpfarre Mönchengladbach.

Heute sehe ich meine Aufgabe als eine Berufung an und möchte dort auch beruflich tätig werden.

Die Grenze: Was machen Sie durch Ihr Netzwerk „Meeting Point of Freedom, Peace and Justice? Was möchten Sie dadurch erreichen?

Martina Gehler: Ich plane und führe mit meinem gegründeten Netzwerk, Projekte in geschichtlichen, kulturellen, sozialen und sportlichen Bereichen durch, um verschiedene Begegnungsstätten zu schaffen und leiste mit ehrenamtlichen Akteuren*innen einen wesentlichen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben.

©DieGrenze

Aber auch der Erhalt und die Pflege von Brauchtum, Heimatpflege, Umwelt, Natur und Landschaft ist mir sehr wichtig. In den Begegnungsstätten haben alle Menschen die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Begegnungsstätten sind für mich Orte der Kommunikation und der Dialoge, der Begegnung auf Augenhöhe, der Informationen, der Bildung und Entwicklung, aber auch um das Miteinander zu stärken. Begegnungsstätten dienen der Gemeinschaftsbildung, der Freizeitgestaltung, der Unterhaltung, Kunstinteressierten und dem Naturbewusstsein. Egal ob Spielnachmittage, Freizeitaktivitäten, gemeinsames Frühstück, Malen oder Basteln und vieles mehr.

Verständigung, Toleranz, Offenheit und das in Kontakt treten mit Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und Herkunft sind für uns alle eine Bereicherung und helfen uns auch bei unserer Entwicklung.

Die Grenze: In den letzten Jahren ist viel über Integration in Deutschland gesprochen worden. Was ist Integration nach Ihrer Meinung?

Martina Gehler: Integration ist für mich die Freiheit, über das eigene Leben entscheiden zu dürfen und dabei seinen Platz in der Gemeinschaft zu finden.

In Mönchengladbach leben Menschen aus mehr als 150 Nationen mit unterschiedlichen Entwicklungen, Kulturen, Religionen und Sprachen. Unsere Heimat ist bunt und vielfältig.

Integration ist vor allem für mich Vorurteile abzubauen und einander die Hände zu reichen und die Zukunft gemeinsam zu gestalten.

Die Integration von internationalen, aber auch für sozialschwachen Menschen, soll Chancengleichheit und die Teilhabe in allen Bereichen ermöglichen, insbesondere am gesellschaftlichen und kulturellen Leben. Aber auch Respekt und Toleranz für anderes denkende Menschen.

Als Grundlage für das Zusammenleben der Menschen in Deutschland sollte das Grundgesetz gelebt werden. Auch internationale Menschen sollten sich genauso wie alle in Deutschland lebenden Menschen an die Gesetze halten und die geltenden Werte respektieren. Null Toleranzgrenze für strafrechtliche Handlungen.

Martina Gehler©MG

Integration ist ein Prozess, der von gegenseitiger Wertschätzung und Respekt geprägt ist, wobei klare Regeln den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den sozialen Frieden sichern.

Die Grenze: Wie sollen die Migranten gegen Islamfeindlichkeit und Hass gegen Ausländer*innen reagieren?

Martina Gehler: Vorurteile, Diskriminierungen und Rassismus sollte durch Aufklärungsarbeit verhindert und durch entsprechende gesetzliche Regelungen geahndet werden. Das gilt für alle Menschen.

Daher sehe ich die Aufklärungsarbeit und das Schaffen von Begegnungsstätten, als eine der wichtigsten Aufgaben. Es sollte viel mehr Begegnungsstätten für Dialog bzw. Gesprächsaustausch geben.

Ein passendes Zitat von Dalai Lama;

Echten Respekt erlangen wir, wenn wir den Kontakt miteinander suchen und die

gegenseitigen Wertvorstellungen verstehen und akzeptieren. So können wir Bewunderung

und Wertschätzung für einander entwickeln.