{"id":937,"date":"2025-02-02T18:50:20","date_gmt":"2025-02-02T17:50:20","guid":{"rendered":"https:\/\/diegrenze.org\/?p=937"},"modified":"2025-02-02T18:50:22","modified_gmt":"2025-02-02T17:50:22","slug":"migrantische-organisationen-sollen-aktiver-in-politische-entscheidungsprozesse-einbezogen-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/diegrenze.org\/?p=937","title":{"rendered":"Migrantische Organisationen sollen aktiver in politische Entscheidungsprozesse einbezogen werden"},"content":{"rendered":"\n<p>Vanessa P\u00fcllen ist seit Mai 2023 beim Netzwerk politik|atelier e.V. als Eine-Welt-Regionalpromotorin f\u00fcr die Beratung und Vernetzung zivilgesellschaftlicher Organisationen in Bonn und der Region zust\u00e4ndig. Im Rahmen ihrer T\u00e4tigkeit initiiert und begleitet sie zudem entwicklungspolitische und interkulturelle Projekte und zeigt Alternativen f\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige Gesellschaft auf. Im Jahr 2014 war sie als Bildungsreferentin f\u00fcr Globales Lernen an Schulen zu entwicklungspolitischen Themen mit dem Fokus Fairer Handel, Arbeits- und Menschenrechte in der globalen Textilindustrie t\u00e4tig. Im Interview mit Die Grenze erz\u00e4hlt sie mehr \u00fcber ihre Arbeit und die Rolle migrantischer Akteure.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Grenze: <\/strong>Was sind die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen in Ihrer Arbeit?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vanessa P\u00fcllen:<\/strong> Ich stehe h\u00e4ufig vor der Herausforderung, als Vermittlerin zwischen kommunalen Akteuren und der vielf\u00e4ltigen Zivilgesellschaft in Bonn zu agieren. Dabei ist es entscheidend, sensibel mit unterschiedlichen Interessen umzugehen und diese angemessen zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist mir eine Herzenssache und eine schwierige Aufgabe zugleich, das ehrenamtliche Engagement in Bonn noch sichtbarer zu machen und dessen Anerkennung zu f\u00f6rdern. Ein gro\u00dfes Anliegen ist es mir die Arbeitsinhalte und die Themenbereiche der Bonner NRO auch \u00fcber das Stadtgebiet hinaus bekannt zu machen, sodass sie ihre Wirkungen weit ausstrahlen. Eine ebenfalls gro\u00dfe Herausforderung liegt f\u00fcr mich darin, alle relevanten Akteur*innen der zivilgesellschaftlichen Organisationen zu identifizieren und ihre spezifischen Bedarfe zu erkennen. Es erfordert, m.E. viel Recherche, intensive Kommunikation und Feingef\u00fchl, um die Vielfalt der Perspektiven angemessen zu erfassen, um noch gezielter auf die unterschiedlichen Bedarfe einzugehen und ihre Interessen vertreten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"512\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Photo1-\u00a9VP-edited-512x1024.jpg\" alt=\"Vanessa P\u00fcllen\" class=\"wp-image-934\" style=\"width:371px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Photo1-\u00a9VP-edited-512x1024.jpg 512w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Photo1-\u00a9VP-edited-150x300.jpg 150w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Photo1-\u00a9VP-edited-768x1536.jpg 768w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Photo1-\u00a9VP-edited-1024x2048.jpg 1024w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Photo1-\u00a9VP-edited.jpg 1056w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9VP<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Die Grenze: <\/strong>Wo sehen Sie die Stadt Bonn in Bezug auf Integration und Migrationsarbeit?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vanessa P\u00fcllen:<\/strong> In der Stadt Bonn gibt es bereits viele relevante Dienstleistungen, zahlreiche Anlaufstellen und gute Programme, die Menschen mit Migrationsbiografie eine gute Basis bieten. Ein Beispiel daf\u00fcr ist das Kommunale Integrationszentrum, das Projekte und Programme wie Sprachf\u00f6rderung, interkulturelle Begegnungen und Bildungsangebote koordiniert oder auch die Internationale Begegnungsst\u00e4tte der Stadt Bonn. Meiner Meinung nach gibt es aber noch Potenzial, was den Zuschnitt und Zugang von Angeboten angeht. F\u00fcr migrantische Teilhabe ist etwa eine inklusive und zielgruppengerechte Kommunikation unerl\u00e4sslich, hierzu z\u00e4hlt z.B. die Nutzung von digitalen Kan\u00e4len einschlie\u00dflich Social Media. Eine gezielte Ansprache unter Ber\u00fccksichtigung sprachlicher kultureller Unterschiede erh\u00f6ht nachhaltig die Wahrnehmung und Akzeptanz lokaler Angebote und f\u00f6rdert die Wahrnehmung lokaler Angebote.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Grenze: <\/strong>Die Zahl der Migrantenorganisationen steigt von Jahr zu Jahr. Wie k\u00f6nnen diese Organisationen von der Politik ernster genommen werden?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vanessa P\u00fcllen:<\/strong> Um diese Organisationen ernsthaft in den politischen Diskurs einzubeziehen, ist es entscheidend, Plattformen zu schaffen, auf denen sie ihre Anliegen direkt vorbringen k\u00f6nnen. Solche Plattformen erh\u00f6hen nicht nur ihre Sichtbarkeit, sondern st\u00e4rken auch das Vertrauen der MSO (migrantischen Selbstorganisationen) in politische Institutionen. Dar\u00fcber hinaus sollte die Politik aktiver daran arbeiten, migrantische Organisationen handlungsf\u00e4higer zu machen und ihre Selbstwirksamkeit zu f\u00f6rdern. Dies kann durch gezielte Schulungen, die Bereitstellung von Ressourcen und den Zugang zu Netzwerken geschehen, die es den MSO erm\u00f6glichen, ihre so wichtigen Stimme effektiver zu erheben und ihre Themen- und Perspektivenvielfalt mit einzubringen. Zudem ist es wichtig, dass migrantische Organisationen noch viel aktiver in politische Entscheidungsprozesse und gesellschaftliche Diskurse einbezogen werden. Kurzfristige Ma\u00dfnahmen allein gen\u00fcgen nicht, um nachhaltige gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen zu bewirken. In der Integrations- und Migrationsarbeit fehlt mir eine erkennbare langfristige Strategie, die \u00fcber ad-hoc-L\u00f6sungen hinausgeht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vanessa P\u00fcllen ist seit Mai 2023 beim Netzwerk politik|atelier e.V. als Eine-Welt-Regionalpromotorin f\u00fcr die Beratung und Vernetzung zivilgesellschaftlicher Organisationen in Bonn und der Region zust\u00e4ndig. Im Rahmen ihrer T\u00e4tigkeit initiiert und begleitet sie zudem entwicklungspolitische und interkulturelle Projekte und zeigt Alternativen f\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige Gesellschaft auf. 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