{"id":784,"date":"2023-03-04T10:23:46","date_gmt":"2023-03-04T09:23:46","guid":{"rendered":"https:\/\/diegrenze.org\/?p=784"},"modified":"2023-03-04T10:23:49","modified_gmt":"2023-03-04T09:23:49","slug":"licht-und-schattenseiten-der-nachtschichtarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/diegrenze.org\/?p=784","title":{"rendered":"<strong>Licht- und Schattenseiten der Nachtschichtarbeit<\/strong>"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/photo_nightshift-756x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-785\" width=\"528\" height=\"715\" srcset=\"https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/photo_nightshift-756x1024.jpg 756w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/photo_nightshift-221x300.jpg 221w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/photo_nightshift-768x1041.jpg 768w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/photo_nightshift-1133x1536.jpg 1133w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/photo_nightshift.jpg 1143w\" sizes=\"auto, (max-width: 528px) 100vw, 528px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Dr. Hossain Abdul Hai<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist Montag, gegen Mitternacht. Ganze Stadt schl\u00e4ft. Doch hier und da sieht man Geb\u00e4ude, die sich von der M\u00fcdigkeit oder Ersch\u00f6pfung nicht anstecken lassen. Die meisten Leute darin tragen wei\u00dfe Kleidung. Sie verbringen ihre N\u00e4chte damit, Patienten zu versorgen. So zum Beispiel im St. Marien Hospital, auf einem Berg in Bonn.<\/p>\n\n\n\n<p>Um Viertel vor Eins h\u00e4lt ein Krankenwagen vor dem Haupteingang des Krankenhauses. Es befindet sich ein verletzter Autofahrer im Krankenwagen. Der Autounfall ereignete sich auf der Autobahn bei Kessenich. Der Verletzte wird schnell aus dem Krankenwagen in die Notfallambulanz gebracht. Sofort fangen die \u00c4rzte und Krankenschwestern damit an, den Patienten aufmerksam zu untersuchen. Die gesamte Nacht hindurch sind die \u00c4rzte und Schwestern mit der Versorgung von Notf\u00e4llen besch\u00e4ftigt. Manchmal kommen auch schwangere Frauen in die Geburtshilfe. Dann werden sie von Hebammen betreut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tag und Nacht im Wechsel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die deutsch-pakistanische \u00c4rztin Dr. Jannat Chowdhury (Pseudonym) ist eine der Gyn\u00e4kologinnen im St. Marien Hospital in Bonn. Sie und ihre KollegInnen arbeiten abwechselnd in der Nacht. Ihre Nachtschicht beginnt um 20 Uhr. Sie f\u00e4hrt immer um halb Acht von ihrem Haus in Bad Godesberg zur Arbeit. Dann arbeitet sie die ganze Nacht. Gegen Sieben oder Acht Uhr am n\u00e4chsten Morgen endet ihre Nachtschicht. M\u00fcde f\u00e4hrt sie, mit roten Augen, nach Hause und legt sich ins Bett.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00c4rzte haben nicht jede Nacht Dienst. Aber wenn sie in der Nacht arbeiten, wird f\u00fcr sie die Nacht zum Tag und der n\u00e4chste Tag zur Nacht. Ihre Familien und FreundInnen vermissen die NachtarbeiterInnen sowohl nachts als auch am Tag.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Chowdhury hat in ihrem Dienst um 3 Uhr nachts etwas Zeit zum Essen und zum Trinken. Abends bestellt das Nachtschichtteam immer gemeinsam Essen. Manchmal haben sie jedoch keine Zeit zum Essen, sodass das Essen kalt wird. Aber heute hat Dr. Chowdhury Zeit f\u00fcr eine Pause. W\u00e4hrend der Pause erz\u00e4hlt sie: Also, die Dienstzeiten sind vom Krankenhaus zu Krankenhaus unterschiedlich. Nachtschicht bedeutet, dass man die gesamte Nacht im Krankenhaus ist, um ambulante und station\u00e4re Patienten zu versorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnen die KrankenhausmitarbeiterInnen w\u00e4hrend der Nachtschicht manchmal ein bisschen schlafen oder gar nicht? Dr. Chowdhury \u00e4u\u00dfert sich wie folgt, \u201eDas kommt darauf an, wie viel zu tun ist. Manchmal kann man zwei bis drei Stunden ruhen. Meistens kann man jedoch nicht wirklich schlafen.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie viele Patienten kommen normalerweise in der Nacht? \u201eDas ist ganz unterschiedlich. Wir arbeiten zum Beispiel im Krei\u00dfsaal und auch in unseren Ambulanzen. Manchmal haben wir in der Nacht acht Geburten, manchmal weniger. Das kann man nicht vorhersehen. Die Ambulanzen k\u00f6nnen sich in sehr kurzer Zeit mit Patienten f\u00fcllen. Manchmal aber kommen kaum Patienten,&#8221; erz\u00e4hlt sie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anstrengend, aber interessant<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man in der Nacht arbeitet, endet der Dienst oft fr\u00fch Morgen. Dann geht man nach Hause, um zu schlafen. Meistens kann man aber nicht sofort einschlafen. Viele m\u00fcssen nach dem Dienst erst einmal einkaufen, zur Bank gehen oder sich um ihren Haushalt k\u00fcmmern. Dann schl\u00e4ft man am Mittag oder Nachmittag und versucht, in den normalen Tag-Nacht-Rhythmus zur\u00fcckzukommen. \u201eDie ganze Nacht wach zu bleiben und zu arbeiten ist auf jeden Fall anstrengend. Aber das geh\u00f6rt nun einmal zu unserem Job. Es macht auch Spa\u00df, in der Nacht zu arbeiten. Notf\u00e4lle zu behandeln ist oft eine Herausforderung und deshalb sehr interessant.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Undenkbar und \u00e4rgerlich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits k\u00f6nnen sich manche Leute nicht vorstellen, nachts zu arbeiten. Sie haben gro\u00dfe Angst vor Nachtschichten. Sie denken, dass sie krank werden, wenn sie in der Nacht arbeiten m\u00fcssen. Sie glauben, die Nacht sei nur zum Schlafen da. Wenn sie in den N\u00e4chten nicht schlafen d\u00fcrfen, verlieren sie ihren normalen Lebensrhythmus. Wie der deutsch-t\u00fcrkische IT-Experte Mamet Tugluck (Pseudonym) sagt: &#8220;Also, ich habe nie in der Nachtschicht gearbeitet. Ich denke, das ist sehr hart, es muss hart sein. Die ganze Nacht zu arbeiten und tags\u00fcber zu schlafen ist f\u00fcr mich undenkbar. Am Tag ist zu viel los. Man kann nicht ruhig schlafen. Ich glaube nicht, dass jemand freiwillig in der Nacht arbeiten m\u00f6chte. Manche tun es, weil sie es m\u00fcssen.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a> Wenn er ein Jobangebot bek\u00e4me, bei dem er nachts arbeiten m\u00fcsste, w\u00fcrde er ihn ablehnen. Tugluck f\u00e4hrt fort, \u201eAusnahmsweise k\u00f6nnte ich f\u00fcr kurze Zeit Nachtschichten machen, aber f\u00fcr mehrere Monate kann ich mir das gar nicht vorstellen. Wenn ich in der Nacht arbeiten muss und meine Frau tags\u00fcber arbeitet, k\u00f6nnen wir uns nicht mehr um unsere Familie und unsere Beziehung k\u00fcmmern. Wir w\u00fcrden uns nur f\u00fcr eine kurze Zeit sehen und am Ende w\u00fcrde die ganze Familie darunter leiden.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Freude an der Nachtschicht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die deutsch-bangladeschische \u00c4rztin Dr. Shahina Biswash (Pseudonym) erz\u00e4hlt eine am\u00fcsante Geschichte aus einer ihrer Nachtschichten. Sie singt sehr gut. W\u00e4hrend ihrer Nachtschichten in einem Krankenhaus in Bangladesch, wenn manchmal weniger Patienten kommen, setzten sich andere KollegInnen zu ihr ins Arbeitszimmer und bitten sie etwa vorzusingen. Einmal kam pl\u00f6tzlich ein Patient in ihr Zimmer, w\u00e4hrend sie sang. Zuerst dachte er, er sei in den falschen Raum gegangen. Aber er war doch am richtigen Platz und die Krankenschwestern und Dr. Biswash k\u00fcmmerten sich um ihn.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>So breit ist das Spektrum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>So ist die Arbeit in der Nacht. Sie hat verschiedene Aspekte. Sie macht manche Menschen fr\u00f6hlich, manche \u00e4rgerlich. Einige haben Angst vor Nachtschichten. Aber andere wollen mehr Nachtschichten machen, weil sie daf\u00fcr einen Lohnzuschlag bekommen. Aber f\u00fcr manche Menschen ist Geld nicht alles. Sie denken eher an ihre Arbeitspflicht. So arbeiten beispielsweise \u00c4rztInnen, KrankenpflegerInnen, Feuerwehrleute, PolizistInnen und SoldatInnen nachts, um Menschen zu helfen, egal welcher Herausforderung sie sich dabei stellen m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Hossain Abdul Hai Es ist Montag, gegen Mitternacht. Ganze Stadt schl\u00e4ft. Doch hier und da sieht man Geb\u00e4ude, die sich von der M\u00fcdigkeit oder Ersch\u00f6pfung nicht anstecken lassen. Die meisten Leute darin tragen wei\u00dfe Kleidung. Sie verbringen ihre N\u00e4chte damit, Patienten zu versorgen. 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