{"id":613,"date":"2022-02-04T22:44:22","date_gmt":"2022-02-04T21:44:22","guid":{"rendered":"https:\/\/diegrenze.org\/?p=613"},"modified":"2022-02-04T22:44:27","modified_gmt":"2022-02-04T21:44:27","slug":"jute-wird-groser-als-die-textilindustire","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/diegrenze.org\/?p=613","title":{"rendered":"\u201eJute wird gr\u00f6ser als die Textilindustire\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Fazle Ali Khandaker kam vor vierzig Jahren aus Bangladesch nach Deutschland. Sein &nbsp;Ziel war, hier Ingenieurwissenschaften zu studieren. Er war allerdings in Bangladesch ein Medizinstudent, aber er hatte die Ambition, Ingenieur zu werden. Also, im Widerstand gegen den Druck seiner Familie zog er im Jahr 1981 nach Deutschland, um Ingenieurswissenschaften zu studieren. Nach seinem Studium an der Universit\u00e4t Bochum begann er seine berufliche T\u00e4tigkeit als Ingenieur. Nach einer Weile gr\u00fcndete er eigene Ingenieurfirma D.ing360. Das Unternehmen besch\u00e4ftigt heute nahezu anderthalb Dutzend Ingenieure, von denen die meisten aus Bangladesch stammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl Fazle Ali Khandaker in Deutschland gut etabliert war, verga\u00df er seine Heimat nie. Seit seiner Studienzeit interessierte er sich besonders f\u00fcr Jute. Damals organisierte er verschiedene Veranstaltungen in Deutschland zur F\u00f6rderung der Juteprodukten aus Bangladesch. Khandoker gr\u00fcndete dann eine Firma namens Khandoker Umwelt Tech, die heute in Deutschland als Eurogeotex eingetragen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Jeder in Bangladesch denkt an nur Jutes\u00e4cken und Handtasche. Aber mein Ziel ist es, hier Jute auf industrieller Ebene vorzustellen. Jute ist eine kompostierbare Faser und erm\u00f6glicht vielseitigen Einsatzm\u00f6glichkeiten, das m\u00f6chte ich in Deutschland verbreiten. Wenn das m\u00f6glich w\u00e4re, dann w\u00e4re die Nachfrage hier zu gro\u00df f\u00fcr ganze Juteindustire in Bangladesh\u201c, sagte Fazle Ali Khandaker im Interview mit der Zeitschrift \u201eDie Grenze\u201c.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/FazleAliKhandoker1\u00a9DieGrenze-1024x751.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-614\" width=\"376\" height=\"275\" srcset=\"https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/FazleAliKhandoker1\u00a9DieGrenze-1024x751.jpg 1024w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/FazleAliKhandoker1\u00a9DieGrenze-300x220.jpg 300w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/FazleAliKhandoker1\u00a9DieGrenze-768x563.jpg 768w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/FazleAliKhandoker1\u00a9DieGrenze-1536x1127.jpg 1536w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/FazleAliKhandoker1\u00a9DieGrenze-2048x1503.jpg 2048w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/FazleAliKhandoker1\u00a9DieGrenze-1200x880.jpg 1200w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/FazleAliKhandoker1\u00a9DieGrenze-1980x1453.jpg 1980w\" sizes=\"auto, (max-width: 376px) 100vw, 376px\" \/><figcaption>Fazle Ali Khandoker\u00a9DieGrenze<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Er machte sich ernsthafte Gedanken \u00fcber Jute, als er vor einem Jahrzehnt an einem Bauprojekt in Duisburg arbeitete. Fazle Ali Khandaker leitete die Reparaturarbeit eines verbrannten Tunnels auf einer Bahnstrecke. Dort verwendete er Juteprodukte als Alternative zu Plastik. Die Vorteile waren: erstens, es war absolut umweltfreundlich und zweitens, sogar nachhaltig. W\u00e4hrend der Reparaturarbeit an diesem Projekt wurde die Idee der diversen Verwendung von Jute deutlicher.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn vielen Regionen Deutschlands werden bereits Jutes\u00e4cke zum Bau von D\u00e4mmen auf beiden Flussseiten\/Ufern verwendet, was Hangsicherung genannt ist. Der Vorteil dabei ist, dass in ein paar Jahren das Futter dieses Sackes sich durchmischt, das Gras dort w\u00e4chst und damit der Hang sich stabilisiert. Dar\u00fcber hinaus werden die Jutes\u00e4cke mittlerweile f\u00fcr Autobahn- oder Bauarbeiten eingesetzt\u201c so Ingenieur Khandaker.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Bauen von H\u00e4usern und Geb\u00e4uden in den Winterl\u00e4ndern, einschlie\u00dflich Deutschland, sind die W\u00e4nde mit einem zus\u00e4tzlichen Belag bedeckt. Dieser hei\u00dft Glaswolle. Dadurch bleibt die Temperatur in H\u00e4usern auf einem ertr\u00e4glichen Niveau. Zur Herstellung solcher Abdeckung wird k\u00fcnstliches Material verwendet. Laut Ingenieur Fazle Ali Khandaker, kann auch Jute f\u00fcr diesen Belag verwendet werden. Die Schokoladenfirma Ritter Sport in Deutschland hat diese H\u00fclle aus Jutes\u00e4cken bereits hergestellt und verwendet. &#8220;Die meisten Geb\u00e4ude in diesem Land m\u00fcssen in den n\u00e4chsten 20 Jahren renoviert werden&#8221;, sagte er. \u201eUnd die Bundesregierung wird hier umweltfreundliche Materialien einsetzen. Denken Sie nur an die riesige Nachfrage von Juteprodukten, die allein f\u00fcr diese Renovierungsarbeit ben\u00f6tigt werden k\u00f6nnte!\u201d Daf\u00fcr arbeitet seine Firma Eurogeotex bereits mit zwei Firmen in Bangladesch und Deutschland zusammen. Herr Khandaker sagte: \u201eJetzt ist es die perfekte Zeit f\u00fcr Bangladesh, seine Juteindustrie auf ausl\u00e4ndische M\u00e4rkte zu etablieren. In diesem Fall werden Tausende Arbeitspl\u00e4tze geschaffen und die geschlossenen Jutefabriken werden wieder in Betrieb genommen. Der Produktion von Jute und Juteprodukte k\u00f6nnte gr\u00f6\u00dfer als die Textilindustrie werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bis zu diesem Punkt musste aber Herr Khandaker in Bangladesh gegen das System k\u00e4mpfen. Er sagte: \u201eAls ich Jutefasern aus Bangladesch importieren wollte, wurde ich direkt im staatlichen Amt gefragt, warum ich sie nicht aus Indien kaufe. Warum sollte ich in Bangladesch sitzen und indische Jute kaufen?\u201c So war Herr Khandakers w\u00fctende Antwort. Er sagte: \u201eUnser Land ist aufgrund der Unf\u00e4higkeit und Korruption derer, die in dem politischen Bereich in Bangladesch sitzen, immer noch am tiefsten Sediment geblieben. Sonst w\u00e4re unser Land viel weitergekommen.&#8221; Er blieb trotzdem nicht zur\u00fcckhaltend und versuchte es weiter, um Jute zu einer starken Position in Deutschland zu bringen. &#8220;Wenn ich es schaffen k\u00f6nnte, w\u00fcrde ich in Frieden sterben&#8221;, sagte der 63-j\u00e4hrige Auswanderer Fazle Ali Khandaker.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fazle Ali Khandaker kam vor vierzig Jahren aus Bangladesch nach Deutschland. Sein &nbsp;Ziel war, hier Ingenieurwissenschaften zu studieren. Er war allerdings in Bangladesch ein Medizinstudent, aber er hatte die Ambition, Ingenieur zu werden. 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