{"id":24,"date":"2020-06-11T19:49:34","date_gmt":"2020-06-11T19:49:34","guid":{"rendered":"http:\/\/diegrenze.org\/?p=24"},"modified":"2020-07-21T00:13:36","modified_gmt":"2020-07-20T22:13:36","slug":"interview-mit-dr-islam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/diegrenze.org\/?p=24","title":{"rendered":"\u201eDu  bist aber dunkel geworden!!\u201c"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Dr-Islam-1-\u00a9-Hai-1024x683.jpg\" alt=\"Dr. Islam mit seiner Frau\" class=\"wp-image-25\" width=\"512\" height=\"342\"\/><figcaption>copyright hai<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Viele bengalische Wissenschaftler, die durch ihre Arbeit einen Anteil zum wissenschaftlichen Fortschritt beigetragen haben, leben im Ausland. Aufgrund der ihnen eigenen F\u00e4higkeiten beleuchten sie n\u00fcchtern das Image ihrer Heimat. Dr. Serajul Islam ist einer von ihnen. Seit \u00fcber vier Jahrzehnten lebt dieser bengalische Wissenschaftler in Deutschland. In den 60\u00b4er Jahren promovierte Dr. Islam am Central Mining Research Institute in Dhanbad, Indien (Gesundheits-\u00fcberwachung der Bergleute). Nach seiner Promotion bot sich ihm die&nbsp; Chance, mit einem Humboldt Stipendium seine Forschungst\u00e4tigkeit im Rahmen einer Postdoktorandenstelle an&nbsp; einem Universit\u00e4tskrankenhaus in Deutschland (Bergmannsheil Bochum) fortzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Ablauf des Stipendiums kehrte Dr. Islam nach Indien zur\u00fcck. Jedoch nahm er kurz darauf ein Stellenangebot aus Deutschland an. So arbeitete er zun\u00e4chst weiter am Bergmannsheil in Bochum, sp\u00e4ter nahm er eine Lehrt\u00e4tigkeit am King Faysal Medical Institute in Saudi Arabien an und arbeitet bis zu seinem Ruhestand am Institut f\u00fcr Umwelthygiene in D\u00fcsseldorf. Jetzt verbringt er seinen Ruhestand mit seiner Ehefrau Gisela Islam in D\u00fcsseldorf.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ehepaar hat zwei S\u00f6hne und eine Tochter, welche in verschiedenen Bereichen beruflich etabliert sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Islam freut sich \u00fcber die Aktionen und Initiativen der bengalischen Gemeinde. Mit seiner Frau nimmt er gern an den bengalischen Veranstaltungen teil und ist bem\u00fcht mit seinen Erfahrungen beizutragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit der Zeitschrift \u201eDie Grenze\u201c wurde er gefragt, welche Eigenschaften der deutschen Bev\u00f6lkerung ihm gefallen:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Serajul Islam: <\/strong>Ich habe immer positive Anregungen von meinen deutschen Kollegen erhalten. Sie haben mich mit Rat und Tat unterst\u00fctzt. In Deutschland arbeitet man sehr strukturiert und planm\u00e4\u00dfig. Forschungspl\u00e4ne mussten lange im Voraus eingereicht werden. W\u00e4hrend meiner wissenschaftlichen Arbeit habe ich meine Arbeitskollegen als sehr offen und liberal wahrgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Grenze:<\/strong> F\u00fchlen Sie sich in Deutschland integriert?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Serajul Islam:<\/strong> In diesem Land hat jedes Haus eine Hausordnung, an welche sich alle Bewohner halten m\u00fcssen. Wenn jemand diese Hausordnung nicht einhalten m\u00f6chte, muss er das Haus verlassen. Ich habe dasselbe Prinzip. Wenn ich in diesem Land leben m\u00f6chte, muss ich auch die Hausordnung bzw. die Verfassung respektieren und mich daran halten. Das beinhaltet auch das Erlernen der Landessprache. Andererseits habe ich meine Kinder nie gezwungen etwas zu akzeptieren, weder meine Sprache noch meine Religion und habe dabei die erzieherischen Gegebenheiten meines Gastlandes ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Wenn ich in diesem Land leben m\u00f6chte, muss ich auch die Hausordnung bzw. die Verfassung respektieren und mich daran halten.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Die Grenze:<\/strong> Haben Sie Diskriminierung erlebt?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Islam:<\/strong> Nein, ich lebe hier seit vielen Jahren, aber Diskriminierung oder Rassismus habe ich eigentlich nicht erlebt. Es gibt lustige Erfahrungen mit meiner dunklen Hautfarbe. Einmal ist mir ein Kind unterwegs begegnet. Es schaute mich sehr \u00fcberrascht an. Ich fragte: \u201cWarum guckst du mich so an?\u201c Das Kind antwortete: \u201eWarst du im Urlaub? Du bist aber dunkel geworden!\u201c Ich verstehe es nicht als Diskriminierung, wenn jemand mich auf meine Hautfarbe anspricht. Meine Hautfarbe ist dunkel, anders als bei den meisten Menschen hier. Das akzeptiere ich und kann gut damit leben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele bengalische Wissenschaftler, die durch ihre Arbeit einen Anteil zum wissenschaftlichen Fortschritt beigetragen haben, leben im Ausland. Aufgrund der ihnen eigenen F\u00e4higkeiten beleuchten sie n\u00fcchtern das Image ihrer Heimat. Dr. Serajul Islam ist einer von ihnen. Seit \u00fcber vier Jahrzehnten lebt dieser bengalische Wissenschaftler in Deutschland. 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