{"id":1287,"date":"2026-07-26T15:17:38","date_gmt":"2026-07-26T13:17:38","guid":{"rendered":"https:\/\/diegrenze.org\/?p=1287"},"modified":"2026-07-26T15:17:47","modified_gmt":"2026-07-26T13:17:47","slug":"nationalismus-zukunftsgefahrder-volkmilch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/diegrenze.org\/?p=1287","title":{"rendered":"Nationalismus Zukunftsgef\u00e4hrder Volkmilch"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"807\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Volkmilch-807x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1288\" style=\"width:261px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Volkmilch-807x1024.jpg 807w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Volkmilch-237x300.jpg 237w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Volkmilch-768x974.jpg 768w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Volkmilch-1211x1536.jpg 1211w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Volkmilch-1200x1522.jpg 1200w, https:\/\/diegrenze.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Volkmilch.jpg 1529w\" sizes=\"auto, (max-width: 807px) 100vw, 807px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9SergePalasie<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><br>Serge Palasie<\/h5>\n\n\n\n<p><strong>Wie Nationalismus Zukunft gef\u00e4hrdet und was wir dagegen tun k\u00f6nnen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Immer unverfrorener behaupten politische Verantwortungstr\u00e4ger*innen und andere Menschen mit Einfluss auf die \u00f6ffentliche Meinung sinngem\u00e4\u00df: Je homogener eine Nation ist, desto besser. Auf diese Weise werden Menschen \u2013 auch bei uns in Deutschland \u2013 zunehmend als Gefahr f\u00fcr die innere Sicherheit dargestellt. Dass die <em>Andersgemachten<\/em> mit einer sichtbaren internationalen Geschichte in ihrer Mehrheit seit Generationen integraler Teil unseres Landes sind, spielt oft keine Rolle. Oftmals wird ihnen ihre Heterogenit\u00e4t abgesprochen. Sie werden als Monolith dargestellt, auf den \u2013 abgesehen von Ausnahmen \u2013 eher defizit\u00e4r geblickt wird. Kollektiv werden sie regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr die kriminellen Taten einzelner Straft\u00e4ter*innen verantwortlich gemacht. Ihr historischer und aktueller Beitrag zum Vorankommen Deutschlands wird selten gew\u00fcrdigt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gr\u00fcnde f\u00fcr den Erfolg nationalistischer Rhetorik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aber warum l\u00e4sst sich mit einer wachsenden nationalistischen Rhetorik zunehmend Politik machen? Zum einen \u00e4ndern sich globale Konstellationen. Wir als \u201eWesten\u201c bekommen \u00f6konomisch zunehmend Konkurrenz. Je mehr neue Kr\u00e4fte global aufsteigen, desto mehr ist die \u00f6konomische Dimension \u201eunserer Art zu leben\u201c gef\u00e4hrdet. Dass darauf erst einmal mit Angst und Unsicherheit reagiert wird, ist nachvollziehbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzukommt, dass die Folgen des menschengemachten Klimawandels immer sichtbarer werden. Pandemien breiten sich aus und kriegerische Konflikte mehren sich. Vielen haben das Gef\u00fchl, dass sie \u201eeh nix\u201c machen k\u00f6nnen gegen die mittlerweile oft als \u201ePolykrise\u201c bezeichneten Herausforderungen. M\u00f6gliche Folgen sind Abstumpfung, Einigelung und ein wachsender Egoismus \u2013 \u00e0 la \u201eIn diesen Zeiten muss jede*r erst einmal selbst schauen, wo sie*er bleibt.\u201c Auch diese Reflexe sind erst einmal zumindest nachvollziehbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Verwerflich ist aber die Art und Weise, mit der immer mehr Politiker*innen \u2013 selbstredend nicht nur in Deutschland \u2013 auf oben erw\u00e4hnte Entwicklungen und Herausforderungen reagieren. Anstatt den B\u00fcrger*innen die Sorgen und \u00c4ngste zu nehmen, werden sie im Gegenteil in wachsendem Ma\u00dfe ausgenutzt. Ein Grund daf\u00fcr: Die L\u00f6sung der angerissenen Herausforderungen ist komplex und nicht von jetzt auf gleich machbar. Dennoch: Ein ehrliches Angehen der Herausforderungen w\u00e4re machbar \u2013 wenn auch nicht zum Nulltarif. Leider fehlt der politische Wille dazu.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klientelpolitik h\u00f6hlt Demokratie aus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ohne die Politik vor dem Erstarken rechter Parteien romantisieren zu wollen, gleicht die immer st\u00e4rker von ethnisch-nationalen T\u00f6nen gepr\u00e4gte Politik einer Klientelpolitik f\u00fcr ein ethnisch definiertes Volk. Das geht immer mehr an der Bedeutung dessen vorbei, was unter dem Wort Demokratie zu verstehen ist. Wenn in Demokratien unter immer st\u00e4rkerer Vernachl\u00e4ssigung der demografischen Realit\u00e4t Politik gemacht wird, dann ist das zu Ende gedacht nicht das vielfach propagierte nationale Empowerment \u2013 \u00e0 la \u201eMake Nation XY great again\u201c, sondern eher eine \u201eRettet-was-zu-retten-ist\u201c-Politik, von der immer kleinere und exklusivere Gruppen profitieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Je l\u00e4nger erw\u00e4hnte problematische Politik auf dem Vormarsch ist, desto mehr verz\u00f6gern wir ein echtes Angehen der Probleme, die wir nur global l\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die globale Dimension problematischer Identit\u00e4tskonzepte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Global gesehen sorgt ein an ethnischen Erw\u00e4gungen ausgerichtetes Identit\u00e4tsverst\u00e4ndnis ebenfalls f\u00fcr eine zunehmend exklusiv gelebte Solidarit\u00e4t. Ein Blick auf Flucht und Migration auch und besonders aus Staaten des sogenannten \u201eGlobalen S\u00fcdens\u201c verdeutlicht dies. Dass eine unfaire, vielfach auf koloniale Zeiten zur\u00fcckgehende globale Arbeitsteilung und die damit verbundene Klimaungerechtigkeit f\u00fcr einen wachsenden Migrationsdruck ma\u00dfgeblich mitverantwortlich sind, wird gerne unter den Teppich gekehrt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Perspektivenangleichung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Welt der sich angleichenden Perspektiven ist der einzige langfristige Garant f\u00fcr eine lebenswertere Zukunft f\u00fcr m\u00f6glichst viele Menschen. Solange die materiellen und immateriellen Privilegien der <em>einen<\/em> auf Kosten anderer Gruppen in der eigenen oder in anderen Gesellschaften realisiert werden, kann sich niemand langfristig sicher f\u00fchlen. Die Verletzlichkeit der Marginalisierten bestimmt langfristig auch die Grenzen der Widerstandsf\u00e4higkeit derjenigen, die versuchen, sich in einer ethnisch \u2013 oder wie auch immer definierten \u2013 exklusiven Wir-Gruppe abzukapseln. Was wir brauchen, sind Konzepte, die neu definieren, was ein gutes Leben bedeutet und die sich vom blinden Glauben an reines Wirtschaftswachstum als Gradmesser f\u00fcr Wohlstand verabschieden. So h\u00e4tte echte Solidarit\u00e4t, die nicht an L\u00e4ndergrenzen endet, eine Chance.<\/p>\n\n\n\n<p>Die vollst\u00e4ndige Fassung ist im folgenden Link zu finden: <a href=\"https:\/\/www.eine-welt-netz-nrw.de\/app\/uploads\/2025\/11\/Nationalismus_Zukunftsgefaehrder_Volkmilch.pdf\">https:\/\/www.eine-welt-netz-nrw.de\/app\/uploads\/2025\/11\/Nationalismus_Zukunftsgefaehrder_Volkmilch.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Serge Palasie Wie Nationalismus Zukunft gef\u00e4hrdet und was wir dagegen tun k\u00f6nnen Immer unverfrorener behaupten politische Verantwortungstr\u00e4ger*innen und andere Menschen mit Einfluss auf die \u00f6ffentliche Meinung sinngem\u00e4\u00df: Je homogener eine Nation ist, desto besser. 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